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Die Ablammzeit hat begonnen – Unser Osterwunder

Mit dem Ostersonntag hat bei uns endlich die schönste und gleichzeitig aufregendste Zeit im Schafstall begonnen: die Ablammzeit. Jedes Jahr fiebern wir diesem besonderen Moment entgegen, denn jedes neue Lämmchen bringt seine eigene Geschichte mit sich. Dieses Jahr startete die Saison direkt mit einer emotionalen Überraschung.





Unsere ersten Osterlämmer: Oskar & Olaf

Am Ostersonntag durften wir die ersten beiden Lämmer dieses Jahres begrüßen – die Zwillinge Oskar und Olaf.

Während Oskar von Anfang an kräftig, fit und normal entwickelt war, machte uns sein kleiner Bruder Olaf große Sorgen. Olaf war nur etwa halb so groß wie sein Bruder und sehr schwach. Schnell war klar: Er braucht besondere Unterstützung.

Wir haben ihn deshalb ins Haus geholt und mit der Flasche aufgezogen. Gerade in den ersten Tagen war viel Aufmerksamkeit nötig – regelmäßige Fütterungen, Wärme und natürlich ganz viel Beobachtung. Mittlerweile hat sich Olaf aber toll entwickelt. Er ist deutlich kräftiger geworden und richtig munter.

In den nächsten Tagen wollen wir versuchen, ihn langsam wieder an den Stall und die anderen Schafe zu gewöhnen. Wie das klappt, könnt ihr natürlich auf unserem Instagram-Kanal mitverfolgen.



Wie läuft eine Geburt bei Schafen eigentlich ab?

Viele Menschen sehen nur das fertige Lämmchen auf der Wiese – aber bis dahin passiert einiges.

Eine Schafgeburt kündigt sich meist schon einige Stunden vorher an. Die Mutterschafe werden unruhig, sondern sich von der Herde ab und suchen einen ruhigen Platz. Kurz vor der Geburt setzen die Wehen ein.


Im besten Fall läuft alles ganz natürlich ab:

  1. Die Fruchtblase erscheint.

  2. Das Lämmchen kommt mit den Vorderbeinen und dem Kopf zuerst.

  3. Nach der Geburt beginnt das Muttertier sofort damit, das Lamm trocken zu lecken.

  4. Das Lämmchen versucht innerhalb kurzer Zeit aufzustehen und bei der Mutter zu trinken.


Besonders wichtig ist die erste Milch – die sogenannte Biestmilch. Sie enthält lebenswichtige Antikörper und stärkt das Immunsystem des Lammes enorm.

Trotzdem muss man während der Ablammzeit ständig aufmerksam sein. Manche Geburten benötigen Hilfe und manchmal entwickeln sich Situationen leider anders als gehofft.


Was muss man bei neugeborenen Lämmern beachten?

Die ersten Stunden entscheiden oft über die Gesundheit der kleinen Tiere. Deshalb achten wir besonders auf folgende Punkte:

  • Trinkt das Lamm ausreichend bei der Mutter?

  • Ist es warm und trocken?

  • Kann es selbstständig stehen?

  • Wirkt es aufmerksam und kräftig?

  • Wird es von der Mutter angenommen?

Gerade bei kaltem Wetter ist Wärme enorm wichtig. Schwache Lämmer kühlen schnell aus. Außerdem kontrollieren wir regelmäßig den Nabel und achten auf eine saubere Umgebung im Stall.



Was muss man bei Flaschenlämmern beachten?

Nicht jedes Lämmchen kann von seiner Mutter versorgt werden. Manche sind zu schwach, andere werden nicht angenommen oder verlieren ihre Mutter bei der Geburt.

Dann beginnt die intensive Betreuung als sogenanntes „Flaschenlamm“.


Wichtig dabei:

  • Das Lamm muss warm gehalten werden.

  • Die Milch sollte immer körperwarm gefüttert werden.

  • Hygiene bei Flaschen und Saugern ist extrem wichtig.

  • Lieber öfter kleine Mengen als zu große Portionen auf einmal.

  • Das Lamm braucht regelmäßige Fütterungszeiten – auch nachts.

Besonders am Anfang ist die Betreuung sehr zeitintensiv. Dafür entsteht oft auch eine ganz besondere Bindung zu den kleinen Kämpfern.


Richtwerte für die Flaschenfütterung bei Lämmern

Die genaue Menge hängt natürlich vom Gewicht und Zustand des Lammes ab. Als grober Richtwert gilt:

Alter des Lammes

Menge pro Mahlzeit

Anzahl der Mahlzeiten

1.–3. Tag

100–150 ml

5–6x täglich

4.–7. Tag

150–250 ml

4–5x täglich

2. Woche

250–400 ml

3–4x täglich

ab 3. Woche

400–500 ml

2–3x täglich

Zusätzlich sollte den Lämmern früh Heu und frisches Wasser angeboten werden, damit sich der Pansen gut entwickeln kann.


Weitere kleine Wunder im Stall

Mittlerweile haben bereits fünf weitere Schafe ihre Lämmchen bekommen. Besonders gefreut haben wir uns über unsere geliebte Anika. Nachdem sie in den letzten beiden Jahren jeweils zwei Burschen bekommen hatte, durfte sie dieses Jahr endlich ein kleines Mädchen zur Welt bringen.

Solche Momente machen die anstrengende Zeit im Stall einfach unbezahlbar.



Nicht jede Geschichte endet glücklich

Leider gehört zur Ablammzeit auch die traurige Seite dazu.

Ein Lämmchen von unserer Anabell hat es dieses Jahr leider nicht geschafft. Anabell ist bei uns schon länger ein kleines „Problemschaf“, da sie ihre Lämmer leider nie richtig annimmt.

Trotz Tierarzt, intensiver Betreuung und Fläschchenversorgung war das kleine Lämmchen einfach zu schwach.

Auch solche Momente gehören zur Landwirtschaft dazu und gehen uns jedes Mal sehr nahe. Umso dankbarer sind wir für jedes gesunde Lämmchen, das munter durch den Stall springt.

Die Ablammzeit ist für uns jedes Jahr eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Freude, Sorge, Hoffnung und manchmal auch Trauer. Aber genau diese besonderen Momente machen die Arbeit mit unseren Schafen so einzigartig.

Wir freuen uns darauf, euch in den nächsten Wochen noch viele weitere Einblicke aus unserem Stallalltag zu zeigen – besonders natürlich von unserem kleinen Kämpfer Olaf.

 
 
 

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